So, hier ist es also. Das letzte Kapitel. *Trommelwirbel* 
Ich bedanke mich mal bei bei meinen Lesern und so. 
Und meine Antwort auf die Frage, ob es eine Fortsetzung geben wird, lautet:
http://www.youtube.com/watch?v=Iz1BY3TVomI
Sorry, das musste sein.

Also dann, genießt die letzten Zeilen! Kapitel 28JuliaBald war es soweit. In knapp drei Wochen würde ich mein Kind bekommen. Und inzwischen freute ich mich schon darauf. Ich weiß nicht, woran es lag, dass ich eine ganze Weile so viele Zweifel hatte. Doch eins wusste ich - als ich das erste Ultraschallbild sah, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als eine Familie. Ich weiß noch wie aufgeregt ich von der Untersuchung beim Arzt nach Hause kam und Rod sofort das Ultraschallbild zeigte. Ich erklärte ihm voller Stolz wo Köpfchen, Arme und Beine des ungeborenen Babys waren. Auch wenn man eigentlich kaum etwas erkennen konnte, zeigte auch Rod pure Begeisterung und Vorfreude.
Eines Morgens wachte ich gegen 12 Uhr auf. Eigentlich war das ziemlich ungewöhnlich, da ich normalerweise wegen meiner morgendlichen Übelkeit spätestens gegen 5 Uhr wach war. Das war die erste Nacht seit gut 8 Monaten, die ich durchgeschlafen hatte.
Als ich neben mich blickte, stellte ich fest, dass Rod nicht mehr da war. Sicherlich war er schon wieder im Studio.
Nachdem ich mich förmlich aus dem Bett gequält hatte, ging – oder besser gesagt, watschelte – ich in die Küche, um etwas Essbares aufzutreiben.
„Oh, guten Morgen, Dornröschen. Auch schon wach?“ wurde ich von einem putzmunteren Rod begrüßt, der am Tisch saß und eine Tasse Kaffee trank.
„Was willst du denn hier?“
„Wenn das mal keine liebevolle Begrüßung ist.“ lachte er. „Ich muss heute mal nicht ins Studio. Freier Tag sozusagen.“
„Und warum sagst du mir das nicht?“
„Sollte so ’ne Art Überraschung sein. Aber du scheinst ja nicht sonderlich begeistert zu sein.“
„Doch, natürlich. Deine ‚Überraschung’ ist dir gelungen.“ lächelte ich, dann setzte mich neben ihn an den Tisch und gab ihm einen Kuss. „Ich schieb meine blöde Reaktion einfach mal auf meine Stimmungsschwankungen.“ Daraufhin lachte er nur. „Das ist wohl in letzter Zeit deine Ausrede für alles, oder?“
„Ja, warum auch nicht? Immerhin… Ah, verdammt!“ plötzlich hatte ich unglaublich große Schmerzen in der Magengegend, die ich auch schon am Vorabend hatte.
„Alles okay?“ fragte Rod besorgt, als er meinen Gesichtsausdruck sah.
„Jaja. Das sind wahrscheinlich diese Scheinwehen. Mein Arzt meinte, das wäre vor der Geburt ganz normal.“
„Bist du sicher? Wir können auch ins Krankenhaus fahren.“ Noch immer sah er mich besorgt an, während er sanft über meinen Bauch strich.
„Nein, schon okay. Ich will keinen falschen Alarm auslösen. Es geht ja auch schon wieder.“ Zwar nickte Rod, aber man konnte ihm ansehen, dass er damit alles andere als einverstanden war.
Ich ging nicht weiter darauf ein und machte mir erstmal was zu Essen.
RodIch machte mir große Sorgen um Julia. Nachdem sie etwas gegessen hatte, schlug ich ihr vor, heute etwas zu unternehmen. Einfach mal raus gehen, durch die Straßen laufen und frische Luft schnappen. Das hätte uns sicher gut getan. Normalerweise hätte sie erfreut zugestimmt, doch nicht heute. Sie meinte es ging ihr nicht so gut und dass diese „Scheinwehen“ ihr ziemlich zu schaffen machten. Wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir sofort ins Krankenhaus gefahren. Aber sie schüttelte nur den Kopf. „Nein, nein. Das ist sicher ganz normal. Außerdem kommt das Baby eh erst in 3 Wochen, also kein Grund zur Sorge. Ich leg mich einfach auf die Couch und versuche, etwas zu entspannen. Das hilft bestimmt.“ Doch auch das schien die Sache nicht wirklich besser zu machen. Immer wieder hörte ich sie vor Schmerz aufstöhnen.
„Bist du sicher, dass wir nicht lieber ins Krankenhaus fahren sollten?“ fragte ich, als ich mich zu ihr setzte.
„Nein. Das ist schon… Ah!“ sie konnte ihren Satz nicht beenden, da anscheinend wieder eine Wehe kam.
„In welchen Abständen kommen die Wehen eigentlich?“
„Keine Ahnung. Ich glaube so etwa aller 5 Minuten.“
„Ok, das reicht. Wir werden jetzt sofort ins Krankenhaus fahren!“
„Aber…“ bevor sie widersprechen konnte, unterbrach ich sie. „Nichts aber. Wir werden jetzt fahren. Vielleicht hatte ich ja auch Unrecht und das ist wirklich alles normal. Aber wir sollten lieber auf Nummer sicher gehen, meinst du nicht?“ widerwillig nickte sie. Dann machten wir uns auf den Weg ins Krankenhaus.
An der Information angekommen, erkundigten wir uns nach Julias Arzt, damit der sie untersuchen konnte. Dieser kam dann auch relativ schnell und bat sie in einen Behandlungsraum, während ich draußen ungeduldig wartete.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam der Arzt dann allein heraus, lief an mir vorbei und ging zu einer der Schwestern, die irgendwelche Akten durchsuchte. Ich verstand nicht ganz, was er zu ihr sagte, nur irgendetwas von „OP und das schnell.“ Ich hoffte inständig, dass ich mich verhört hatte oder dass diese OP nicht für Julia gedacht war.
Als der Arzt dann auf mich zukam, lief ich ihm schon etwas entgegen. „Wie geht es ihr? Ist alles in Ordnung?“
„Ihrer Freundin geht es relativ gut. Aber es gab anscheinend Komplikationen, deshalb müssen wir jetzt die Geburt einleiten.“ Oh nein. Das klang alles andere gut.
„Was… was für Komplikationen? Was ist passiert?“
„Die Nabelschnur hat sich um den Hals des Babys gewickelt. Wenn wir das Kind gesund und munter auf die Welt bringen wollen, dann müssen wir das jetzt machen. Sollten wir noch länger warten, kann ich Ihnen nicht für die Gesundheit des Kindes garantieren.“ erklärte er ruhig und sachlich. „Sie können jetzt gern noch einmal zu Ihrer Freundin gehen. Aber während der OP muss ich Sie leider bitten, hier draußen zu warten.“ Was sollte das heißen
hier draußen warten ?
„Heißt das etwa, ich kann nicht mit dabei sein?“
„Nein, tut mir Leid. Aber so sind die Vorschriften. Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich muss mich auf die OP vorbereiten.“ dann verschwand er wieder.
Sofort ging ich zu Julia, die noch immer im Behandlungsraum war. Ich öffnete die Tür und trat langsam herein. „Wie geht’s dir?“ eine dümmere Frage hätte mir wohl nicht einfallen können.
„Ach, mir geht’s blendend. Natürlich bis auf die Tatsache, dass mein Kind 3 Wochen zu früh auf die Welt kommt, und das wahrscheinlich nicht mal gesund.“ sagte sie völlig aufgelöst.
„Hey, das wird schon gut gehen.“ Eigentlich machte ich mir genau so große Sorgen wie Julia, doch ich versuchte es mir nicht anmerken zu lassen. Wenigstens einer von uns sollte die Fassung bewahren.
„Aber ich hab riesige Angst. Was ist, wenn irgendwas passiert? Wenn es wieder irgendwelche Komplikationen gibt und das Baby nicht gesund ist? Oder wenn es gar nicht erst…“ bevor sie den Satz beenden konnte, brach sie in Tränen aus.
„Jetzt beruhig dich doch.“ sagte ich sanft, während ich sie in den Arm nahm. „Die Ärzte wissen schon, was sie da tun.“
In dem Moment kam gerade eine Schwester herein. „Ich muss Sie jetzt bitten, den Raum zu verlassen, Herr González.“
Ich sah noch einmal zu Julia und gab ihr einen Kuss. „Es wird alles gut gehen, du schaffst das schon.“ Dann verließ ich widerwillig den Raum.
Nervös lief ich draußen den Gang auf und ab, ohne auch nur das geringste Zeichen zu erhalten, ob alles gut verlaufen wäre. Eigentlich hätte ich bei ihr sein müssen, ihr beistehen sollen. Aber nein, stattdessen lief ich seit gefühlten 8 Stunden diese verdammten Krankenhausgang entlang. Wenn nur wenigstens ein Arzt kommen würde und mir sagen könnte, dass es Julia gut ging. Ihr und unserem Baby.
Irgendwann öffneten sich dann die Türen des OPs und es kam tatsächlich ein Arzt heraus. Ich rannte regelrecht auf ihn zu. „Und? Ist alles in Ordnung?“ daraufhin lächelte er nur. „Es ist alles gut verlaufen. Mutter und Kind sind beide wohlauf. Herzlichen Glückwunsch, Herr González. Sie sind stolzer Vater eines kleinen Mädchens.“ Ich konnte nicht anders, als den Arzt zu umarmen. „Danke, danke, danke!“
„Nichts zu danken.“ lächelte er. „Sie können jetzt gern hinein gehen.“
Gesagt, getan. Ich lief schnell in den Raum hinein und sah Julia mit unserem Baby auf dem Arm. Sie sah noch ziemlich erschöpft aus, aber ihrem Gesicht konnte man ansehen, dass sie unendlich glücklich war. Genau wie ich. Lächelnd lief ich auf das Bett zu, während Julia mich ebenfalls anlächelte. „Sie ist kerngesund.“ strahlte sie. „Willst du sie halten?“
„Was für eine Frage. Natürlich!“ vorsichtig nahm ich sie auf den Arm und wiegte sie langsam hin und her. Sie war so klein. Ihr Kopf passte genau in meine Hand.
„Die kleine sieht aus wie du.“ stellte ich fest.
„Nicht ganz. Die Augen hat sie von dir.“
Liebe und Frieden
Julää
